Hotelporzellan

Begriffserklärungen und Wissenswertes rund um Porzellan


Arcopal

Ist ein Porzellanersatz aus Opalglas. Bei ungefähr gleicher mechanischer Widerstandsfähigkeit
ca. 25% leichter und uni weiss 30 - 50%, dekoriert 50 - 70% billiger als Porzellan. Nachteile: Fühlt sich «fremd» an. Dekore bleichen schneller aus. Speisen bleiben weniger lang warm.

Besteckabrieb

Die Porzellanglasur ist härter als Stahl. Aggressives Reinigen kann die Glasuren aller Porzellanmarken mikroskopisch «aufrauhen». Daher reiben Kaffelöffel, in Extremfällen sogar Messerklingen, ab. Inox-Bestecke sind weniger anfällig als Chromstahlbestecke. Eine aufgerauhte Glasur ist irreparabel. Die Abstände, in denen das Porzellan mit Spezialmitteln gereinigt werden müsste, werden immer kürzer. Solche Porzellanteile müssen ersetzt werden, und die Spülmittel sind zu prüfen.

Bone China 

Englisches Wort für Knochenporzellan. Glasurbildung bereits bei ca. 1280° C. Zusätzlich zu Kaolin, Feldspat und Quarzsand enthält Knochenporzellan einen bis zu 50-prozentigen Anteil verglühter Knochenasche, deren hoher Anteil an Kalziumoxid und Kalziumphosphat dem Porzellan seine besondere Transluszenz verleiht. Weitere Eigenschaften sind ein natürlicher Cremeton und geringes Gewicht, allerdings auch etwas geringere Wärmespeicherfähigkeit als bei Hartporzellan

Bruch

In normalen Verhältnissen unvermeidlich. Tassen und Teller ab 24 cm brechen nach ca. 800 Einsätzen (Achtung! Durchschnitt! Einzelne Stücke können 20 Jahre alt werden). Untertassen und Teller unter 24 cm brechen nach ca. 1200 Einsätzen. Spülkörbe oder vitrifiertes Porzellan können die Bruchanfälligkeit erheblich senken.

China (oder Fine China)

Englisches Wort für Geschirr aus Hartporzellan. Mit «Porcelain» ist Zierporzellan (Vasen, Figuren etc.) gemeint.

Dekore

Farbige Verzierung des Porzellans. In der Regel wird ein Buntdruck oder Pinselrand in einem 3. Ofendurchlauf bei 1250 ° C eingebrannt. Die Farben sinken so in die Glasur ein und bleiben absolut spülmaschinenfest. Dekoriertes Porzellan ist je nach Kompliziertheit 50 - 100 % teurer als weisses. Dekoriertes Porzellan unterliegt beschränkten Nachkaufsmöglichkeiten. Zudem können angerichtete Speisen auf reich dekoriertem Porzellan unruhig wirken.

Feuerfestes Porzellan

Auch Culinaire-Porzellan genannt. Langsam und vorsichtig auf dem Herd erwärmen. Darf nie ohne Flüssigkeit (Wasser oder Fett) auf der Flamme stehen bleiben.

Glasurkratzer

Standflächen von Porzellantellern sind unglasiert, weil die Teller beim Glasurbrand sonst an der Schamotte kleben bleiben würden. Dieser «rauhe » Ring unter dem Teller ist härter als Stahl. Er kann, wenn er nicht schön rund geschliffen ist, die anderen Teller auf dem Tellerstapel oder auch Tische und Chromstahlflächen zerkratzen.

Es gibt jedoch Teller mit glasierter, nicht kratzender Standfläche. Sie werden beim Glasurbrand auf «Bomsen» gestellt, die 3 kleine unglasierte Punkte an der Unterseite des Tellerrandes zurücklassen.

Golddekoration

Gold hat für viele Menschen eine magische Anziehungskraft. Golddekore auf Porzellan können äusserst attraktiv wirken. Golddekore können spülmaschinenfest sein, sind jedoch nie kratzfest (sie nutzen im gewerblichen Gebrauch sehr schnell ab) und niemals mikrowellengeeignet.

Hartporzellan

50 % Kaolin, 25 % Feldspat, 25 % Quarz. Glühbrand bei 900° C, Glasurbrand bei 1420° C. (Die Glasur besteht aus dem gleichen Gemisch mit niedrigerem Kaolingehalt.)

Kantenbruch

Teller- und Tassenkanten können anbrechen, ohne dass das ganze Stück in Scherben geht. Solches Porzellan muss aus hygienischen und ästhetischen Gründen ersetzt werden.

Porzellan

Edelstes aller keramischen Produkte. Die Herstellung des Porzellans wurde in China und Japan über hunderte von Jahren als Geheimnis gehütet. In Europa von Johann Friedrich Böttger anfangs des 18. Jh zufällig entdeckt. Chemisch absolut neutral, hygienisch, einfach zu reinigen, hohe thermische Widerstandsfähigkeit, licht- und farbecht, sehr gute Temperatur-Speicherfähigkeit (Speisen bleiben länger warm). Ist empfindlich gegen mechanische Beanspruchung.

Preise

Porzellan ist heute durch Produktivitätsfortschritte – relativ zur allgemeinen Preisentwicklung gesehen – erheblich günstiger als vor 20 - 30 Jahren. Zu beachten ist, dass die Preise von Tellergrössen aus technischen Gründen exorbiant steigen. Umgekehrt verhält es sich bei den Dekorationen (Teller 31 cm dekoriert, ist 50 % teurer als weiss, Untertasse ist zweieinhalb mal so teuer). Kilopreise von unter Fr. 15.– sind keine Seltenheit. (Porzellan ist pro Kilo halb so teuer wie Käse!) Bei kleineren Nachbestellungen können daher infolge der Bruchanfälligkeit (wie übrigens auch bei Trinkgläsern) hohe Transportspesen entstehen. Viele Betriebe versuchen mit Saison- oder Jahresbestellungen, die Spesen für Nachkäufe im Griff zu halten.

Reinigung

Porzellan ist sehr einfach zu reinigen. Am besten geht es sofort nach dem Gebrauch. Vorsicht bei extrem aggressiven chemischen Mitteln. Siehe auch Besteckabrieb.

Systemgeschirr

Viele Porzellanhersteller bieten kalibrierte Porzellanteile für alle gängigen Speiseverteil- und Speisewarmhalte- Systeme an. Erkundigen Sie sich unter Bekanntgabe Ihres Systems. Ein Preisvergleich lohnt sich!

Vitrifierung

Englisches Verfahren. Mit Aluminiumoxydzusätzen wird die Glasur extrem widerstandsfähig. Dieses Porzellan bleibt länger schön, zudem ist die Kantenbruchanfälligkeit reduziert.

Vitreus-Porzellan

Einbrandporzellan. Braucht keinen Glühbrand, da die Glasur auf den Rohscherben aufgebracht wird. Kann in Zeiten hoher Energiekosten in der Herstellung erheblich günstiger sein. Ist bei gleicher mechanischer Härte ca. 15 - 25% dicker und schwerer als normales Porzellan.